Zahlen rund um Boots- & Yachtdiebstähle

Yachten sind beliebte Ziele für Einbrecher und Diebe. 2017 hat die Polizei europaweit gestohlene Yachten, Boote und Zubehör im Gesamtwert von knapp 2,6 Millionen Euro sichergestellt. Ein Jahr zuvor lag die Summe noch bei 1,1 Millionen Euro. Die Diebe gehen gezielt vor, besonders gefährliche Regionen lassen sich jedoch nicht mehr bestimmen.

2017 war ein erfolgreiches Jahr für die Fahnder des Kompetenzzentrums Bootskriminalität (KBK). 138 Mal konnten die Fahnder europaweit erfolgreich Diebe aufspüren. In ganz Europa fanden die Ermittler 19 gestohlene Sportboote, einen Bootstrailer, einen Jetski und 105 Außenborder. Die Gesamtsumme lag bei etwa 2,6 Millionen Euro. Das KBK besteht seit 17 Jahren, insgesamt fanden die Ermittler Boote und Bootszubehör im Wert von 31,6 Millionen Euro.

Außenbordmotoren werden inzwischen seltener gestohlen

Außenbordmotoren sind in den letzten Jahren bei Dieben besonders beliebt gewesen. 2016 wurden in Deutschland 1.437 Außenbordmotoren als gestohlen gemeldet. 2017 waren es nur 1.062 Motoren. Den Gesamtschaden beziffern die Ermittler mit mehr als 8 Millionen Euro. Die meisten Diebstähle gab es in Brandenburg. Dort wurden etwa ein Drittel der geklauten Motoren gestohlen. Den Rückgang erklären sich die Fahnder mit vergangenen Erfolgen. So wurden zum Beispiel in Berlin, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg mehrere organisierte Täterbanden dingfest gemacht, woraufhin die Zahl der gemeldeten Diebstähle dort signifikant zurückging.

Die Ermittler geben zudem an, dass es sich bei den Dieben meist um internationale Banden handele. Die Motoren wurden europaweit gefunden, so etwas wie einen zentralen Umschlagplatz gibt es nicht. Viele Motoren wurden auch ohne komplexe Ermittlungen wieder entdeckt, beispielsweise bei eBay, wo sie zum Verkauf angeboten wurden. Außenbordmotoren sind leichte Beute und die Seriennummer lässt sich relativ leicht entfernen oder fälschen. Es wird empfohlen, Außenbordmotoren gravieren zu lassen, um sie eindeutig identifizierbar zu machen.

Zahl der Bootsdiebstähle konstant

2017 wurden in Deutschland 205 Boote als gestohlen gemeldet. 2016 waren es 208 Boote, sodass man die Anzahl gestohlener Boote als konstant bezeichnen kann. Hierbei ist auffällig, dass es keinen Schwerpunkt gibt. Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen zwar mit 62 Prozent die meisten Diebstähle, allerdings ist die Zahl der Boote dort auch höher als zum Beispiel im Saarland oder in Bayern.

Auch die gestohlenen Boote und Yachten werden international gehandelt. Sehr beliebt sind luxuriöse Yachten in Osteuropa. Dort lassen sich die Yachten auch gut verkaufen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, eine gestohlene Yacht zurückzubekommen, wenn sie in Russland gefunden wird. Selbst mit eindeutigen Beweisen, dass es sich um exakt diese gestohlene Yacht handelt, muss der Käufer sie nicht zurückgeben, sofern er versichern kann, sie gutgläubig erworben zu haben. Man müsste dem Käufer schon nachweisen, dass er wusste, dass es sich um Diebesgut handelt.

Einbrüche werden meist wahllos begangen

Meistens geht es den Dieben um Geld oder Wertgegenstände, also um Sachen, die sich leicht stehlen und weiterveräußern lassen, vergleichbar mit einem Diebstahl aus einem Auto. Auch Alkohol steht bei Einbrechern hoch im Kurs. Bestimmte Objekte, die besonders häufig gezielt gestohlen werden, gibt es nicht. Die Polizei rät dazu, Wertgegenstände an Bord versteckt zu halten und Sicherheitsmaßnahmen zwecks Einbruchprävention zu treffen.

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