Internet an Bord & auf hoher See

Das Internet ist in allen Lebensbereichen allgegenwärtig. Auf Emails zugreifen, den Wetterbericht abrufen oder die neuesten Nachrichten aus aller Welt zu lesen ist mittlerweile auf fast der ganzen Welt ortsunabhängig möglich. Doch wie sieht es mit dem Internetzugang auf einer Yacht aus?

Generell ist es auch auf hoher See möglich online zu gehen, indem man das Internet über Satellitenverbindung nutzt. Eine Möglichkeit in Küstennähe ist das Internetsurfen über das Mobilfunknetz. Im Hafen steht in der Regel eine WLAN-Verbindung zur Verfügung.

Im folgenden Ratgeber verraten wir Ihnen, wie Sie auf Ihrem Segeltörn ins Internet gehen können, welche Möglichkeiten es gibt und wie Sie dabei hohe Kosten vermeiden.

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Internet im Hafen: WLAN

In nahezu jedem Hafen gibt es WLAN-Netzwerke, die teilweise sogar kostenlos Zugang zum Internet ermöglichen. Theoretisch könnten Sie per WLAN also problemlos auf Ihrer Yacht Breitbandinternet nutzen.  Doch wie viele andere Segler haben Sie vielleicht auch die Erfahrung gemacht, dass die Netzwerkverbindung sehr langsam ist oder häufig abbricht.

Angenehmes Surfen ist mit solch einer Verbindung kaum möglich und bequem einen Film aus dem Internet zu streamen macht erst recht keinen Spaß. Oftmals ist es auch so, dass die Internetverbindung nur an wenigen Stellen der Yacht akzeptable Geschwindigkeiten zulässt.

Die Gründe für eine schlechte Internetverbindung können vielfältig sein, allerdings ist die Hauptursache in der Regel ein schwaches Funksignal. Je weiter die Yacht von dem HotSpot entfernt ist, desto schwächer wird es. Aber nicht nur die Entfernung wirkt sich negativ auf die Verbindungsqualität aus, sondern auch die Leistungsfähigkeit Ihres WLAN-Empfängers und externe Faktoren, die das Signal stören.

Jedes Objekt, das sich zwischen dem Sender und Ihrem Empfänger befindet, schwächt das Signal, das bei Ihnen ankommt. Im Yachthafen ist der Mastwald der größte Störfaktor für Funknetzwerke. Mit einem leistungsstarken WLAN-Modem, wie z.B. dem ISY Power-WLAN können Sie bei Verbindungsschwierigkeiten Abhilfe schaffen.

Das ISY Power-WLAN verfügt über eine Empfangsstation mit leistungsstarker Antenne, die oben im Masttop angebracht wird. Die Montage im Top bietet den großen Vorteil, dass viel weniger Objekte das Signal stören können. Zudem verstärkt die aktive Antenne das Netzwerksignal und sorgt mit ihrer hohen Sendeleistung für eine stabile Verbindung zum HotSpot.

Mit einem durch den Mast verlegten handelsüblichen Netzwerkkabel (Cat.5, RJ-45) leiten Sie das Signal verlustfrei in den Salon. Die Stromversorgung der Antenne wird über einen Power-over-Ethernet-Adapter (PoE-Adapter) im Salon sichergestellt, der genau wie der WLAN-Router mit Strom aus dem Bordnetz betrieben wird. Ist alles installiert, kann sich die gesamte Crew problemlos mit dem WLAN verbinden und ungetrübt im Internet surfen, Emails schicken oder per Skype mit den daheimgebliebenen telefonieren.

Internet in Küstennähe – WLAN und Mobilfunk

Mit einem leistungsstarken WLAN-Modem wie dem ISY Power-WLAN können Sie unter idealen Bedingungen auch noch in bis zu acht Kilometern Entfernung vom HotSpot am Hafen im Internet surfen. Ansonsten bleiben Ihnen entweder Satellitennetzwerke oder lokale Mobilfunknetze. Sie sollten sich im Vorfeld Ihrer Segelreise über die Netzabdeckung in Küstennähe informieren, damit Sie bei Bedarf das Netz mit der besten Abdeckung nutzen können.

In der Regel ist es kein Problem, ein Mobiltelefon für deutsche bzw. europäische Netze auch anderswo auf der Welt zu nutzen. In einigen Regionen werden jedoch Mobilfunkstandards genutzt, die im europäischen Raum wenig verbreitet sind. Daher sollten Sie sich auch darüber informieren, ob Ihr Mobiltelefon auch in den lokalen Netzen funktioniert.

Ein großer Kostenfaktor sind die Roaming-Gebühren, die bei der Nutzung von Fremdnetzen anfallen. Wenn Sie sich länger in einer Region aufhalten, können Sie viele Kosten sparen, wenn Sie die Angebote (z.B. Prepaidangebote) lokaler Telekommunikationsanbieter nutzen. Die Kosten für Telefonie und Datenvolumen sind normalerweise niedriger als die anfallenden Roaming-Gebühren, die Ihr europäischer Anbieter verlangt.

Internet auf hoher See – Satellit

Auf hoher See gibt es nur wenige Möglichkeiten, das Internet zu nutzen, und die sind in der Regel auch noch ziemlich teuer. Eine Möglichkeit ist natürlich eine Satellitenverbindung. Inmarsat und Iridium sind zwei Satellitennetzwerke mit (quasi) weltweiter Netzabdeckung. Die Verbindungsgeschwindigkeit beträgt je nach Anbieter und Tarif zwischen bis zu 100 kBit/s und 512 kBit/s. Zum Vergleich: Gängige DSL-Festnetzanschlüsse bieten Übertragungsraten von 16 Mbit pro Sekunde.

Möchten Sie zum Beispiel eine 3 MB große Bilddatei herunterladen, dauert das mit einer schnellen DSL-Verbindung ganze zwei Sekunden. Auf Ihrer Segelyacht mit Satelliteninternet dauert die Übertragung zwischen 47 Sekunden und 4 Minuten, wenn man ideale Verbindungsqualität voraussetzt.

Neben den Anschaffungskosten von mehreren tausend Euro für die Hardware müssen Sie also mit hohen Betriebskosten rechnen. Im Regelfall zahlen Sie für das verbrauchte Datenvolumen. Ein Megabyte kostet derweil mindestens 16 US-Dollar. Für das 3 MB große Bild aus dem Beispiel müssten Sie folglich mindestens 48 Dollar bezahlen. Andere Satelliten-Tarife werden nach Verbindungszeit berechnet, wobei der Download Ihres Bildes durchaus 20 Minuten dauern kann.

Eine günstige und mit bis zu 4 Mbit/s auch sehr schnelle Breitbandverbindung für den maritimen Bereich bietet Astra Connect. Leider sind aktuell (7.12.2015) auf der Informationsseite keine konkreten Preise etc. aufgeführt.

Daneben gibt es natürlich auch die Möglichkeit, Satellitentelefone zu benutzen, die entweder ein Modem für Datentransfer integriert haben oder sich mittels Adapter an ein solches anschließen lassen. Aktuelle Geräte können auch als WLAN-Router fungieren und die Internetverbindung für die gesamte Crew zugänglich machen. Aber auch diese Lösung ist sehr langsam und teuer. Wer nur hin und wieder mall eine Email verschicken oder die Wetterdaten herunterladen möchte, kann mit dieser Technik im Vergleich zum Satelliteninternet jedoch viel Geld sparen. Sehr langsam, aber dafür kostengünstig ist der Email Verkehr mit Hilfe von Kurzwelle und Mactor-Modem. Dazu ist aber weitere Hardware und Fachkompetenz erforderlich.

Die Zukunft des Internets auf hoher See

Breitbandinternet wird in der Zukunft auch auf hoher See immer bessere Verbreitung finden. Netzwerkbetreiber und Internetanbieter sind natürlich bestrebt, schnellere und für den Kunden günstigere Internetverbindungen zu ermöglichen. Die treibenden Kräfte dahinter kommen überwiegend aus der Transport- und Tourismusbranche.

Das Internet ist als Kommunikationsmittel für Hochseefrachter und Tanker sehr wichtig, denn die schnelle Informationsübertragung ist ein nicht zu vernachlässigender Sicherheitsfaktor. Da das Internet mittlerweile fester Bestandteil des menschlichen Alltags ist, steigt die Nachfrage nach Breitbandinternet gerade auf Kreuzfahrten enorm an.

Quasi alle großen Kreuzfahrtschiffe sind bereits mit Satelliteninternet ausgestattet und ermöglichen die Internetnutzung via WLAN. Abgerechnet wird in den meisten Fällen pro Minute. Eine Minute kostet derzeit zwischen 0,19 und 0,60 Euro. Die Übertragungsgeschwindigkeiten sind entsprechend der Verbindung und Zahl der gleichzeitig surfenden Passagiere eher gering.

Kreuzfahrtschiffe werden demnächst verstärkt mit der „smart hybrid“-Netzwerktechnologie ausgerüstet, mit der die US-amerikanische Kreuzfahrtgesellschaft Carnival Cruise Lines die Internetgeschwindigkeit auf ihren Kreuzfahrtschiffen verzehnfacht hat. Diese Technik kombiniert die Internetkommunikation am Land mit Satellitensystemen. Es ist davon auszugehen, dass sich solche Technologien schnell weiter ausbreiten und auch auf privaten Segelyachten zu relativ preiswerten Konditionen genutzt werden können.

Es gibt noch weitere interessante Projekte, die die Internetverbindung auf hoher See verbessern könnten. So arbeitet man bei Facebook am Internetzugang per Drohnen. Solarbetriebene Drohnen sollen flächendeckend Internetsignale via Laser übertragen. Die autonomen Solardrohnen könnten auch über den Weltmeeren eingesetzt werden und Internetverbindungen mit bis zu 10 Gigabit pro Sekunde ermöglichen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Internetgigant und Technologiekonzern Google. Das Unternehmen arbeitet unter dem Namen Project Loon daran, weltweit schnelles Internet verfügbar zu machen, indem die Internetkommunikation über Ballons in der Stratosphäre realisiert wird.

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